Da ich sehr experimentierfreudig bin und wir letztes Jahr schon einen kleinen Heuballen (ca. 90x50cm) als Versuch mit Zucchini bepflanzt haben, dachte ich mir, versuche es mal mit einem großen Heuballen (120cm Durchmesser)

Wir haben Heu genommen da wir das sowieso haben, aber man kann genau so gut Stroh verwenden. Aber beim Stroh darauf achten, dass es Biostroh ist, denn Getreide wird im konventionellen Anbau mehrfach mit Pflanzenschutzmittel behandelt und deren Rückstände sind dann eben halt auch im Stroh zu finden. Auch für Erdbeeren Biostroh verwenden.

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der Heuballen im März 2016

Den Heuballen haben wir schon im Herbst an seinen Platz gestellt, damit er über den Winter gut nass wird. Durch dass, das das Heu sehr fest gepresst ist kann schon sein, dass der Ballen in der Mitte gar nicht feucht wird. Also habe ich, wenn es gerade nicht geregnet hat, immer wieder mit der Gießkanne nachgeholfen.

das Loch mit Kompost gefüllt
das Loch wurde mit Kompost gefüllt

So, der Ballen ist im Frühjahr gut nass und an den Stellen wo ich Kürbis  pflanzen will nehme ich etwas Heu heraus und gebe in das Loch frischen Komopst mit Kompostwürmern.

ein ca. 50 cm langes Rohr mit Löchern an derSeite
ein ca. 50 cm langes Rohr mit Löchern an der Seite

In der Mitte des Ballens habe ich einiges an Heu herausgenommen und ein durchlöchertes Abflußrohr(50cm) hinein gesteckt. Dieses Rohr habe ich nun mit Mist, Kompost und vielen Kompostwürmern gefüllt. Das Rohr dient auch als Gießtrichter, damit genug Feuchtigkeit an die Wurzeln kommt.

Bei dem Heuballen sah ich das Problem mit dem Gießen und die Nährstoffversorgung. Die Würmer verarbeiten das Heu zu Humus und es werden dadurch Nährstoffe frei. Natürlich habe ich immer wieder mit Brennesseljauche  gegossen, um so genügend Nährstoffe gerade für die Kürbis als Starkzehrer zu haben.

die Kürbis sind jetzt drinnen
die Kürbis sind jetzt drinnen

Durch das, dass der Ballen in der prallen Sonne gestanden ist, habe ich auch einiges gießen müssen, gerade am Anfang.  Da kam aber das Waschwasser vom Salat gerade recht um den Durst der Pflanzen zu stillen.

das Wachstum ist ungebremst
der Ballen hat schon etwas Schlagseite bekommen
das Wachstum ist ungebremst
das Wachstum ist ungebremst

Um nicht nur den Durst der Pflanzen sondern auch den Hunger zu stillen, habe ich oben auf den Ballen zwischen den Pflanzen immer wieder mal frischen Mist unserer Schafe gegeben. Wie gesagt, es war erst mal ein Versuch, aber wie sich gezeigt hat, habe ich nichts verkehrt gemacht. Könnte sogar noch etwas mehr an Nährstoffen vertragen.

der Ballen ist schon überwuchert
der Ballen ist schon überwuchert

Ich habe neben Brennesseljauche  auch noch EM im Gießwasser gehabt, um der Verrottung und damit auch die Freigabe von Nährstoffen zu beschleunigen.

Nach der Ernte habe ich das Heu, zum Teil gut verrottet, auf das abgeräumte Blumenbeet gelegt, damit es den Boden mulcht.

Fazit:

Der Versuch ist gelungen und es stehen jetzt 3 Ballen auf der Wiese um für nächstes Jahr mehr Kürbis anzubauen. Nächsten Herbst werde ich die Ballen wahrscheinlich stehen lassen und evtl. das Jahr darauf nochmal zu bepflanzen. Mal sehen was sich ergibt.

Für uns, oder auch für andere Landwirte die noch alte Heuballen haben, ist es eine Möglichkeit diese wieder zu verwerten und platzsparend Kürbis anzubauen.

Viel Spaß beim nachmachen und sollten Fragen auftauchen, versuche ich sie zu beantworten.

 

PS. Pro Ballen waren es 6 Pflanzen, 3 oben und 3 seitlich.

2 Kommentare

  1. Hallo Peggy,
    EM sind effektive Mikroorganismen, sie beschleunigen die Verrottung und verbessern dadurch die Aufnahme der Nährstoffe. Wir arbeiten seit 3 Jahren mit EM und im Bereich der Verrottung bin ich begeistert. Wenn man ein wenig im Internet recherchiert findet man unzählige Anwendungsgebiete dieser kleinen Helferlein. Hier anfangen zu erklären würde den Rahmen sprengen.
    Ich hoffe ich habe ihnen damit ein wenig weitergeholfen und wünsche somit ein frohes Weihnachtsfest.
    Liebe Grüße Lisa

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