Wie wird man ein Selbstversorger?

Der Großteil der Menschen in Deutschland lebt in Städten. Viele Menschen haben aber das Bedürfnis, sich abzunabeln und selbstversorgend zu leben. Doch wann ist man wirklich Selbstversorger? In diesem Blog erfahrt ihr, was Selbstversorgung bedeutet und ab wann man sie anstreben kann.

Selbstversorger heißt erst mal sich mit etwas selbst zu versorgen. Sei es Essen wie Gemüse, Obst, Fleisch, eingemachtem oder Tee. Aber auch Creme, Salben können selbst hergestellt werden. Auch jemand mit einer Photovoltaik Anlage am Dach versorgt sich selbst mit Energie.

Es gibt viele Gründe, warum Menschen sich dafür entscheiden, ihre eigenen Lebensmittel anzubauen und sich selbst zu versorgen. Für manche ist es eine Frage der Unabhängigkeit, für andere eine Möglichkeit Geld zu sparen oder sogar ein politisches Statement.

Aber nicht jeder hat die Möglichkeit dazu, sich im großen Stil selbst zu versorgen. Manche haben nur einen Balkon und eine kleine Vorratskammer. Wir hatten am Anfang z. B. Stangenbohnen auf unserem Balkon und schon kann man sich mit Bohnen selbst versorgen. Aber reicht das aus, um sich Selbstversorger zu nennen? Oder die Kräuter auf der Fensterbank. Es ist immerhin ein Anfang und glaubt mir, es kann süchtig machen, zu sehen, wie alles wächst und gedeiht und das Beste daran, ich habe es in der Hand, was ich nachher essen kann. Es schmeckt ganz anders als aus dem Geschäft. Schon allein der Gedanke, ich habe diesen Salat selber angesät, pikiert, gepflanzt, gegossen, bei Hagel um ihm gebangt, ob er es übersteht. Man investiert viel Zeit und Liebe und überlegt, wie kann ich ihm bei Ungeziefer helfen, ohne mir selbst zu schaden.

Leider hat es uns auch die letzten Jahre selbst erwischt, mit einer Maikäferplage. Und man fühlt mit seinen Erzeugnissen wortwörtlich mit!

Man isst den Salat nicht einfach nur so, man überlegt dabei und du hast weniger Abfall, weil du ja schon so viel in den Salat investiert hast, du wirst ihn nicht verderben lassen, sonst war die ganze Arbeit für die Katz.

Nicht die Menge macht es aus, sondern die Wertschätzung von Lebensmitteln, die selbst produziert werden.

Wie wurden wir zu Selbstversorger?

Wir haben mir der Selbstversorgung 1991 angefangen, als unser Sohn zur Welt kam. Mit einem Schrebergarten fing alles an. Der Gedanke, du musst ein Kind versorgen und es sollte auch halbwegs gesund sein. Da stand für uns fest, wir wollten Selbstversorger werden!

Für mich hatte es auch noch andere Gründe. Zum einen war ich gelernte Gärtnerin und ich brauchte einen Platz zum Austoben, zum Anderen ich war jetzt mit einem Baby zu Hause, in einer kleinen Wohnung, und ich hatte viel Zeit. Mit 300 qm sind wir in das Abenteuer der Selbstversorgung gestartet. Gemüse wurde verarbeitet und konserviert, die Kirschen eingemacht und es machte einfach Spaß, immer neue Rezepte auszuprobieren.

Schon bald sind wir an unsere Grenzen gestoßen, mit der Anbaufläche, mit dem Sortiment an Gemüse, Beeren und Obst und mit der Lagerkapazität von all unseren Produkten. Es wurde auf 2000qm durch Umzug erweitert und die Selbstversorgung mit tierischen Produkten ausgebaut. Es kamen Kühner, Enten, Hasen, Wachteln und Gänse dazu.

Auch dies wurde uns zu klein und nun sind wir bei 50.000qm und ich muss sagen, wenn ich so die Lage in unserem Land anschaue, bin ich froh, dass wir diesen Schritt gegangen sind. Wir versorgen uns mit Fleisch, Eiern, Gemüse und Strom selbst, sogar unser eigenes Saatgut produzieren wir, soweit es geht selbst.

Man versucht immer einen Schritt weiterzugehen, in diesem Fall, da wir jetzt eine riesengroße Kräuterspirale haben, ganz einfach Kräuter zu trocknen als Gewürze für die Küche, oder Heilkräuter ansetzen für Tinkturen und auch Kräuter für Tee.

Da lag natürlich auch nahe sich selbst Salben zu machen oder eine tolle Bodylotion. Auch das Waschmittel wird jetzt zum Teil schon selbst hergestellt. Also man sieht Selbstversorgung hat vielschichtige Facetten und das Beste dabei ist, dass man nahezu unabhängig vom System der Industrie wird. Ich weiß auch was drinnen ist, wo doch bei gekauften Artikeln die Inhaltsstoffe zu einem immer mehr werden und auch die Kennzeichnung für den Verbraucher immer undurchsichtiger wird.

Ich kann nur jedem nahe legen, es einmal zu versuchen, den wir wissen nicht, was für Zeiten auf uns zukommen werden.

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