Unsere Zackelschafe – eine besondere Schafrasse

Seit unserem Umzug auf unseren Selbstversorgerhof, wollten wir besondere Tierrassen. Tierrassen, die vom Aussterben bedroht waren, da sie für unsere schnelllebige Welt nicht mehr produktiv waren. Sie haben keine gezüchtete Eigenschaften, die besonders viel Fleisch, Wolle oder Nachwuchs zeugten. Also sind wir auf die Rasse der Zackelschafe gestoßen und haben uns für sie entscheiden.

Das Zackelschaf

Diese Rasse dürfte es seit rund 5000 Jahren geben, sie zählt jedenfalls zu den urtümlichsten Hausschafrassen. Sie gelten als eine, von den ältesten indogermanischen Rassen. Die Ungarn brachten sie mit, als sie vor ca. 1100 Jahren ihren jetzigen Lebensraum bezogen. Das ungarische Zackelschaf entstand durch Mischung einiger Karpatenrassen und war in diesem Gebiet bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die weitaus häufigste Schafrasse in Ungarn. Nach dem 2. Weltkrieg war der Bestand jedoch auf wenige hundert Tiere zusammengeschrumpft.

Das Zackelschaf ist ein mittelgroßes Schaf, mit langen, schraubenartig gedrehten Hörnern. Diese besondere Hornform wurde durch den Menschen angezüchtet. Sie macht das Zackelschaf unverwechselbar und einzigartig. Bock und Muttertiere tragen Hörner, das bei Böcken beachtliche Ausmaße erreicht. Im Allgemeinen werden die Tiere mit V-förmig gestellte Hornform bevorzugt.
Das Geweih kann beim Bock bis 70 cm erreichen und bei der Aue wird es bis 30 cm lang.
Der Bock kann bei einer Höhe von 65-70cm ein Gewicht von 70 kg erreichen, wobei die kleineren Auen bis 65 cm groß werden und ein Gewicht von 50 kg schwer werden.
Es gibt eine weiße und eine schwarze Variante der Schafe, wobei die schwarzen Tiere schwarzes Gehörn und Klauen haben und bei den weißen Tieren ist das Gehörn weiß.
Die schwarzen Zackelschafe haben in der Regel ein etwas kürzeres Vlies, die weißen Zackelschafe aber mehr Milch und eine höhere Geburtenrate.
Dennoch ist das Zackelschaf allgemein eine relativ gute Milchrasse und wird in der Puszta auch teilweise noch gemolken. Sie geben während der Laktationsdauer von 100 Tagen bis zu 70 Liter sehr schmackhafter Milch
Durch ihre Mischwolle mit langer Grannendecke sind diese Schafe sehr beständig gegen Hitze, Kälte, Sonne, Regen, Schnee sowie Sandstürme. Sie zeichnen sich daher durch ihre Wetterunempfindlichkeit und ihre Genügsamkeit aus.


Man kann nahezu alles von den Schafen verwenden. Die Wolle dient als wärmende Decke oder Mantel und gegerbte Felle sind von besonders guter Qualität. Das Fleisch ist eher feinfaserig, der Geschmack übertrifft den anderer Schafrassen jedoch, so wird behauptet, bei Weitem.
Da die Zackelschafe nicht veredelt gezüchtet wurden, sind sie auch heute noch reinrassig.
Ihre Klauen geben ihnen festen Halt und verleihen den Schafen die nötige Wendigkeit.
Zackelschafe sind sehr schreckhaft und fliehen so schnell sie können. Empfindliche Sinnesorgane, wie ihre sehr gut ausgeprägten Augen und Ohren, warnen sie frühzeitig vor Räubern. Sie sind so sensibel gegenüber äußeren Einflüssen, wie Stress oder Lärm, dass sie vor Schreck sogar sterben können.
Diese Rasse bockt sehr wild ähnlich und strikt saisonal. Daher erfolgen die Geburten meist im Januar/Februar, normalerweise kommt nur ein Lamm zur Welt, wird aber sehr zuverlässig aufgezogen und es gibt praktisch keine Ausfälle.

Steckbrief der Zackelschafe

Herkunft:Ungarn
Alter der Rasse:rund 5.000 Jahre
Gewicht:50-70kg
Höhe:60-70cm
Hornlänge:30-70cm
Farbe:rötlich-weiß oder schwarzgrau
Nutzung:Landschaftspflege, Wolle, Fleisch, Milch

Jetzt ein paar Bilder unserer Zackelschafe

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6 Kommentare

  1. Ach ja, die sind süß. Besonders das Foto, wo das Kleine der Mama auf dem Rücken steht. 🙂 Schöner Eintrag.
    Habt auch ein schönes Wochenende. :wave:

    • Gell!!!
      Vor allem sind sie alle handzahm und richtig verschmuste Schafe, besonders unser Bock „Bobby“. Der könnte sich stundenlang zu dir hinlegen und gekrault werden.

  2. Was macht ihr mit der Wolle? Ich dachte die Schafe dienen eigentlich als Fleischlieferant? Schert ihr sie dann selbst?
    LG Birgit

    • Hallo Birgit,
      ja die Schafe sind Fleischlieferant und Rasenmäher und Schmusetiere und unsere Attraktion auf unserem Hof.
      Meine Frau hat versucht die Wolle zu verarbeiten. Sie etwas Wolle auch mal gewaschen, ist aber zu filzig und dadurch viel zu arbeitsintensiv. Vor allem bekommt man für Wolle nichts.
      So wird die Wolle jetzt zum Teil als Gartendünger und zum anderen Teil als Wärmeschutz hinter Brettern verwendet.

      Lg nach Paraguay
      Rolf und Lisa

  3. Die schauen interessant aus. Melkt Ihr die Tiere und schlachtet die auch selber? Oder dienen sie hauptsächlich als „Rasenmäher“ und Schmusetier?

    • Hallo Manuela,

      ich möchte die Schafe schon mal melken, aber das einzige Schaf, das mich ans Euter lassen würde, ist noch zu jung.
      Alle Jungtiere, sprich Lämmer werden im Herbst geschlachtet. Der Metzger holt sie ab und das Fleisch wird verkauft.
      Und geschmust wird natürlich auch.

      Liebe Grüße Lisa

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