Eigenes Saatgut gewinnen und richtig lagern

Eigenes Saatgut anzubauen, ist eine großartige Möglichkeit, um die Kosten für den Garten zu senken und gleichzeitig die Qualität der Ernte zu verbessern. Wenn du dein eigenes Saatgut gewinnst, kannst du sicherstellen, dass es frei von Schadstoffen ist und genau die Sorte, die du für deinen Garten benötigst. Hier habe ich einige Tipps, wie du dein eigenes Saatgut anbauen und richtig lagern kannst.

Warum eigenes Saatgut gewinnen?

Da ich gelernte & leidenschaftliche Gärtnerin bin, reizt es mich Blumen und Gemüse selbst vermehren und es ist immer wieder aufs neue spannend, den eigenen Samen wachsen zu sehen. Da wir unseren mittlerweile 2.000m² großen Garten bewirtschaften müssen, ist es natürlich auch ein finanzieller Grund. Und sollte mal eine schlechte Zeit kommen, haben wir das Knowhow unser eigenes Saatgut herzustellen, zu lagern und zu vermehren. Wie du dir vorstellen kannst, sind wir natürlich auch abgeneigt von genmanipulierte und perfekt gezüchteten Hybrid-Sorten der Großkonzerne. Diese Macht, die solch Konzerne haben und Patente über Pflanzen bekommen, widerspricht unseren Grundprinzipien.

Grundprinzipien der Saatgut Gewinnung

Tatsächlich ist es gar nicht so schwer, sein eigenes Saatgut zu gewinnen. Man muss nur ein paar wichtige Prinzipien beachten:

  • Das ausgewählte Gemüse oder die Blumen blühen lassen
  • Das Saatgut an der Pflanze ausreifen lassen
  • Die Samen behutsam ernten
  • Das Saatgut nachtrocknen lassen, damit es nicht verdirbt
  • Den Erntebeutel mit dem Saatgut unbedingt mit Name und Datum beschriften
  • Bei der Lagerung des Saatguts achte unbedingt darauf, dass es dunkel, kühl und trocken ist!

Doch wo ist bei einem Salat die Blüte und der Samen, fragst du dich? Hast du schon mal einen Salat gesehen, der nicht geerntet wurde? Tatsächlich ist das am leichtesten zu vermehrende Gemüse, der Salat. Dafür muss er einfach nicht geerntet werden und dann entwickelt er eine Blüte mit Samen. Hier muss man jedoch einberechnen, dass ein reifer Salatkopf sehr viel Platz auf dem Beet in Anspruch nimmt. Das könnte bei kleinen Gärten bzw. kleine Beeten ein kleines Problem werden. Das ist einer der Gründe, warum die Platzierung von Pflanzen eine sehr große Rolle spielt. Ich pflanze immer etwas roten Pflücksalat in die Ecke des Blumenbeetes. Das schaut recht interessant aus und hier kann das Gemüse in Ruhe seine Blüte entwickeln, ohne dass es dem anderen Gemüse den Platz wegnimmt.

Grundsätzlich kann man sagen, wer seine Pflanzen vermehren will, muss etwas mehr Platz einrechnen, da ausgewachsene und blühende Pflanzen mehr Platz einnehmen.

In unseren Augen gehört die Lagerung von Samen verschiedener Pflanzen zur Krisenvorsorge genauso dazu, wie das von haltbaren Lebensmitteln.

Wie lange ist Saatgut haltbar?

Hier gibt es keine pauschale Antwort auf die Frage. Das hängt sehr von der Lagerart und von der Pflanzenart ab. Die meisten Samen von Gemüse und Kräuter sind zwischen 1 & 6 Jahre haltbar. Hier ein paar Beispiele, die mir gerade einfallen:

Saatgut, das 1-2 Jahre haltbar ist:

  • Bohnenkraut
  • Zwiebeln
  • Kümmel
  • Fenchel
  • Lauch

Saatgut, das 2-4 Jahre haltbar ist:

  • Erbsen
  • Bohnen
  • Rettich
  • Salat
  • Spinat

Saatgut, das 4-6 Jahre haltbar ist:

  • Tomaten
  • Kürbis
  • Gurken
  • Zucchini

Hier sei natürlich noch gesagt, dass diese Haltbarkeit grob zu verstehen sind. Eine 100% Chance, dass ein Samen keimt, wirst du nie haben. Auch habe ich schon Samen von Gurken oder Tomaten eingepflanzt, auf dem Saatbeutel ein Datum vor 10 Jahren stand und ein Teil hat noch gekeimt. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass bei den meisten Samen, die Chance zu keimen, über die Zeit abnimmt.

Solltest du eine Frage zu deinem Saatgut haben, kannst du uns natürlich per Kontaktformular oder per Instagram kontaktieren und ich schaue, ob ich dir weiterhelfen kann 🙂

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